Hydrolate - sanfte Helfer

Hydrolate - sanfte Helfer

Ein Hydrolat ist ein Nebenprodukt, das bei der Destillation von Pflanzen entsteht. Die meisten ätherischen Öle werden durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Dabei wird Pflanzenmaterial (je nach ätherischem Öl z.B. Blätter und Zweige) auf einen Siebeinsatz einer Destille gelegt und das darunterliegende Wasser wird erhitzt. Der aufsteigende Dampf dringt in die Zweige und Blätter ein und nimmt die flüchtigen Moleküle der Pflanze mit nach oben. Dort wird der Dampf abgekühlt und wird wieder zu Wasser - bzw. eben zu Hydrolat - und wird danach aufgefangen. Auf diesem Pflanzenwasser schwimmen dann meistens nur wenige Tropfen ätherisches Öl, deshalb ist das ätherische Öl sehr kostbar und hochkonzentriert. Das ätherische Öl enthält die fettlöslichen Stoffe der Pflanze in sich. Die Tropfen werden dann abgeschöpft und abgefüllt.

 

Das übrig bleibende „Destillationswasser“ wurde früher weggeschüttet, doch nun weiss man, dass die wasserlöslichen, schwereren Moleküle der Pflanze in diesem Hydrolat stecken und füllt sie mit grosser Vorsicht ab. Hydrolate können zum Kochen, für die Haut- und Schleimhautpflege, zur Herstellung von Cremes und Deos, für Raumsprays und teilweise auch medizinisch benützt werden. Es gibt unzählige positive Erfahrungsberichte, aber noch nicht allzu viele wissenschaftliche Forschungen darüber. Deshalb werden Hydrolate oft unterschätzt und übersehen. Dabei sind sie viel milder als ätherische Öle und wirken doch stärker als Kräutertees. Man kann sie unverdünnt aufsprühen, da sie nicht so hochkonzentriert sind wie ätherisches Öl. Deshalb eignen sich die Hydrolate auch für Schwangere, Gebrechliche und Kleinkinder, man darf sie problemlos einnehmen und ja sogar bspw. bei Hunden anwenden.

 

Hydrolate verkeimen relativ rasch und sind dann kontraproduktiv! Die Haltbarkeit ist also sehr begrenzt. Einige Firmen mischen dem Hydrolat deswegen Alkohol bei. Bei offener Haut brennt dieser dann und auch zur innerlichen Einnahme empfehle ich diese Produkte nicht. Ich benütze lieber die puren Hydrolate und brauche diese dann zügig auf. Zur längeren Haltbarkeit sollten Sie die Hydrolate kühl lagern und beim Kauf darauf achten, dass sie in dunklen Flaschen, wenn möglich mit Sprühkopf, abgefüllt sind. Hydrolate sind milder und günstiger als ätherische Öle, haben aber ebenso eine starke Wirkung (nicht immer die gleiche wie das entsprechende Öl).

 

Bitte beachten Sie, dass als Rosenwasser deklarierte Produkte oft nicht Hydrolate sind, sondern destilliertes Wasser mit ein bisschen ätherischem Öl zugesetzt, welches teilweise auch noch künstlich hergestellt wurde. Wie bei den ätherischen Ölen sollte man sich deshalb auf vertrauenswürdige Bezugsquellen verlassen (z.B: Feeling oder Farfalla).

 

Die bei mir am häufigsten verwendeten Hydrolate sind: Rosenhydrolat und Immortellenhydrolat (beide sind Bestandteile meiner Hausapotheke und haben somit ein eigenes Kapitel in meinem Buch „Aromatherapie leicht gemacht“). Auch Nerolihydrolat (Orangenblüte) oder Lavendelhydrolat, Rosmarinhydrolat und Melissenhydrolat kommen bei mir zum Einsatz.

 

Rosenhydrolat ist in unserem Haushalt sehr oft in Gebrauch: Es beruhigt die Haut und die aufgewühlte Seele, wirkt juckreizlindernd, entzündungshemmend, antibakteriell, wundheilend, schmerzlindernd, abschwellend, fiebersenkend, desinfizierend und pilzhemmend. Kurz, bei allerlei kleinen und grossen Beschwerden wie Halsschmerzen, Wunden, Ausschlägen, Entzündungen, etc. kommt als erstes ein Sprühstoss Rosenhydrolat drauf. Sie können das Hydrolat in die Duftlampe geben, (verdünnt) innerlich einnehmen oder direkt auf die Haut oder Schleimhäute sprühen. Ein babymilder Alleskönner.

 

Immortellenhydrolat ist DAS Mittel für Sportler und Kinder: Es hilft gegen blaue Flecken und stumpfe Verletzungen aller Art.

 

Nerolihydrolat wirkt gut gegen Ängste und überdrehte Kinder. Es beruhigt, wirkt entkrampfend und lässt gut einschlafen.

 

Lavendelhydrolat wirkt antibakteriell, nerven- und hautberuhigend, z.B. am Abend nach dem Sonnenbad, desinfizierend bei kleineren Wunden und ist gut für das Immunsystem.

 

Melissenhydrolat ist super bei viralen Infekten. Windpocken, Herpes, Dellwarzen und anderes lassen sich damit gut einsprühen und eindämmen. Ebenso wie Lavendelhydrolat wirkt es ganzheitlich beruhigend.

 

Und für müde Erwachsene (nicht geeignet für Kinder) beschwingt ein Sprühstoss Rosmarinhydrolat am Morgen!


Ich wünsche mir, dass mehr Leute von ätherischen Ölen und Hydrolaten profitieren können und einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang damit erlernen. Deshalb gebe ich Workshops und Kurse (unter anderem an der Volkshochschule Zug oder ganz spontan am Samstag 16. Juni 2018 um 9.30 Uhr bei Familyfeeling in Einsiedeln, Anmeldung an ursula@dufterleben.ch) und habe beschlossen, mein Wissen auch in diesem Blog weiterzugeben.

 

Wichtig: Ich bin diplomierte Aromafachfrau und arbeite markenunabhängig und im Interesse der verantwortungsvollen, nachhaltigen Aromatherapie.

 

Ein Teil des Textes entstammt aus meinem Buch (hier vorbestellen):

 

 

„Aromatherapie leicht gemacht – Mit 7 ätherischen Ölen eine umfassende Hausapotheke für Gross und Klein“ (ISBN Nr. 978-3-03808-030-5)

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